40 JAHRE SCHEISS'N'DRECK: Am 22. September 2021 feiere ich Punk-Geburtstag - dann ist es 40 Jahre her, daß ich mein bisheriges Leben in die Tonne trat und alles auf PUNK setzte. Und nein, ich werde keine alten Platten hören und mich auch sonst nicht der Debilität hingeben. Die Vergangenheit kriegt nen Arschtritt, sie ist weg, für immer, das war nie anders. Es zählt der Film, der heute abgeht, und dann noch die Ungewißheit darüber, was kommt. Könnte nicht ... (Weiterlesen)

Journalisten sind Mörder

Ein Plädoyer für die Lügenpresse
Bunkerbriefe

Sie sind so unschlagbar in ihrer Blutgeilheit, daß selbst Massenmord dagegen verblaßt. Mit schnellem Strich wird ganz nebenbei die Zahl von Erdbebenopfern um ein paar Tausend erhöht, und wenn sich bei einer Demonstration ein Reporter vor die Kamera stellt und brüllt: »Es ist wie im Bürgerkrieg!«, dann prügelt sich das blutige Schlachtengetümmel wie aus dem Nichts in die Köpfe der Zuschauer. Auch ohne Bilder.

Egal ob Kinderficker, Corona-Gegner oder durchgeknallte Pop-Sternchen, mögen es heute »Neonazis«, morgen »Autonome« und dazwischen prominente Politiker sein: Ist das Wild zum Abschuß freigegeben, kann die Jagd beginnen, und mit zielsicherem Instinkt für leichtfertiges und legales Morden folgt die Journalisten-Meute unbeirrt dem Blutgeruch, bis das Opfer niedergemetzelt ist.

Die durch eine wahre Flut dreistester Lügen und Halbwahrheiten längst auf eine Brot-und-Spiele-Mentalität weichgekochten Konsumenten bejubeln jeden Treffer und jeden erschlagenen Gegner, um anschließend im Chor mit der Boulevardjournaille drakonische Maßnahmen gegen die Überlebenden zu fordern.

Oh, natürlich wissen sie alle, daß sie betrogen und belogen werden. Aber wenn ihnen nur erzählt wird, was sie schon immer im tiefsten Innern gewußt haben, wenn ihre Ängste, Sehnsüchte und Wünsche sich darin millionenfach widerspiegeln, dann fragt keiner mehr, was WAHR ist.

Denn solange die Jagd spannend ist und die Bedrohung mundgerecht serviert wird, kann man sich bedrückende eigene Erfahrungen lieber ersparen. Die mutigen Jäger aber werden zu von allen bewunderten Helden.

Früher, bevor es hieß »Soldaten sind Mörder«, da waren Krieger die Helden. Ganze Generationen trugen mit stolzgeschwellter Brust Uniform und Gewehr. Heute sind Soldaten die unbeliebten und abgelehnten Männer fürs Grobe, während die Jugend heute eher von einem Job in der Computer- und Werbebranche oder auch als Journalist träumt. Berufe für moderne Heroen, die ihre Morde an Computertastatur, Telefon und Kamera begehen möchten.

Soldaten und speziell Journalisten sind Brüder vom gleichen Stamm, die jeweils ihren Teil der Drecksarbeit leisten. Ihr täglich Brot ist die Tatsache, daß unsere Zivilisation ein unübersehbares, stinkendes und blutiges Geschwür ist.

Eine Welt ohne Gewalt, Terror und Unterdrückung, ohne Betrug, Korruption und Elend würde sie arbeitslos machen, und deshalb MÜSSEN unaufhörlich Widerlichkeiten geschehen, damit es Zeit für den beruflichen Kampfeinsatz wird. Ansehnliche Blutlachen an der Front und auf dem Weg dorthin erleichtern hierbei die harte Arbeit: In einer Zeit, in der Nachrichten ohne Blut keine richtigen Nachrichten mehr sind, kann es gar nicht blutig genug zugehen.

Söldnern gleich zieht die Journaille von Thema zu Thema, wobei die eigentlichen Hintergründe keine Rolle spielen. Es reicht, daß zielsicher hingeschmierte Worte Gewehrsalven gleich die Hirne der Menschen erreichen und dort ihre Wirkung tun.

Der Body Count ist nicht festzumachen an der Höhe der Leichenberge, jedoch abzulesen an Auflagen- und Zuschauerzahlen. Und natürlich am Sold, den erfolgreiche mediale Mörder für ihre Massaker erhalten.

Journalisten aber morden nicht nur,, sondern schaffen ebenso Leben aus der Retorte, die modernen Frankenstein-Monster. Wenn sie es darauf anlegen, schaffen sie Trends, locken Millionen in Geschäfte und vor die Monitore – um die gehypten Kultur- und Lifestyleprodukte schon bald gegen den nächsten Trend auszutauschen. So lassen sich Arbeitsplätze schaffen!

Auch Terroristen aller Art leben von Mediennahrung - wäre das World Trade Center auch ohne Erwartung weltweiter Liveschaltungen weggeknallt worden? Und machtbewußte Politik hat sowieso gelernt, eine mediengerechte, inhaltsleere Show abzuliefern und so die Verblödung ihrer Wähler erfolgreich voranzutreiben.

Blut ist der Stoff, auf den die Journalistenmeute scharf ist, und Blut ist gleichzeitig die Droge, die sie wie Speed zu Höchstleistungen antreibt. Ihnen die Macht verleiht, die Puppen tanzen zu lassen. Sie in der Lage versetzt, mit Worten Menschen aufeinander zu hetzen, virtuelle Kriege zu erzeugen und den Terror mit Druckerschwärze, Internet und Sendemasten zu simulieren und erst recht zu stimulieren.

Das Morden geht dabei leicht von der Hand, denn als Journalist macht man sich nicht die Hände schmutzig. Ihr Gewissen ist rein, da sie keine echten Leichen auftürmen und auch kein echtes Blut saufen. Es sind nur Buchstaben, es sind Worte, es sind Bilder. Sie sind Romanautoren und Filmemachern gleich lediglich die Showmaster des Terrors und des Grauens.

Das echte Blut vergießen schließlich die mittlerweile eher unbeliebten Soldaten, die Verbrecher, Nazis, Islamisten und andere Terroristen. In diesem Licht erscheint der Journalist als wirklicher Held, der dem perversen Treiben der leibhaftigen Mörder durch schonungslose Berichterstattung ein Ende bereiten will.

Ja, sie sind die Hüter der Freiheit und schreiben flammende Leitartikel über die Bedeutung der Pressefreiheit. Und wage es bloß nicht, sie »Lügenpresse« zu nennen!

Virtuelles Töten, ohne dafür in den Knast zu kommen, das ist die Freiheit, für die ein Journalist kämpft. Eine Freiheit, die es möglich macht, voller Lust und Hingabe die Seelen der Menschen zu vergiften. Und einer der wenigen Berufe, der es einem auf völlig legale Weise ermöglicht, die tiefen und natürlichen Triebe des Menschen, der Täter und Opfer, nach Sensation und Pogrom zu befriedigen.

Wären wir nicht alle gerne Journalisten? In vernetzten Zeiten wie diesen kein Problem – LASS DEN SEELENEITER RAUS!

KARLS ANMERKUNG: Habe diesen Text, der erstmal 1995 in KARL NAGELS BUNKERBRIEFE (Sonderausgabe des ZAP) erschien, ein bißchen stilistisch aufgepeppt und inhaltlich aktualisiert. Mußte gar nicht viel ändern, die Welt ist und bleibt ein Tollhaus.

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