Nr. 58

Wenn kaputt

Da sind diese Tage,

an denen mir Schaum vorm Mund steht,

weil ich nicht mehr will,

nur noch kaputtschlagen, zerstören, zertrümmern,

den Irrenärzten in die Fresse schlagen.

 

Zum Schluß stehe ich jedes Mal da,

mit einem Grinsen,

lege ein Tänzchen hin, dumdidum.

Vielleicht lache ich sogar,

räume die Trümmer weg,

noch mal mit dem Staubsauger drüber,

fertig

 

Weil ich weiß:

Ich bin ein Mensch,

ein Idiot

wie die da draußen,

die Polizisten, Fabrikarbeiter, Salafisten, Kindermörder, Weltverbesserer, alle.

 

Und Alice Cooper schaut mir über die Schulter

und sagt »Gut gemacht, alter Freund!«

 

Alice starb mit 27,

jedenfalls für mich.

Meinen Vater erwischte es mit 40.

Beide machten ungefähr zur gleichen Zeit die Grätsche,

beide waren Säufer,

beide haben bis heute

gelegentlich Tipps auf Tasche.

Denen von Alice lausche ich immer noch gerne,

obwohl ich sie meistens nicht befolge.

Immerhin, er hat die eine oder andere Wiederauferstehung hinter sich.

Kann nicht jeder von sich sagen,

mein Alter sowieso nicht.

 

Die schlechte Gesellschaft,

in der sich Alice mittlerweile befindet,

schmeckt mir allerdings gar nicht: Professionelle Rebellendarsteller

mit RocknRoll-Highschool-Diplom,

mit Top-Noten in Kurzsprint, Armkreiseln und Sex-Appeal.

Tätowierte Lederwesten

und Jack-Sparrow-Clones,

wie aus dem Ei gepellt.

 

Dazwischen Alice.

Früher ne gefährliche Schlampe,

auf dem Weg in die Gosse,

jetzt nur noch stark,

kontrolliert,

ein eindimensionaler Horrordarsteller

mit Reibeisenstimme.

Zumindest auf der Bühne.

 

Vor einer Weile zog die ganze Bande hier gleich um die Ecke ihre Zirkusnummer ab,

live auf der großen Bühne,

für 80 Euro, vor 8000 Leuten.

Ein Konzert ohne mich,

ich wollte mir das nicht antun.

 

Lieber saß ich zuhause im Ohrensessel,

legte »Billion Dollar Babies« auf den Plattenteller

und schaute mir zusammen mit Alice Videos an.

Meinem Alice.

 

So machen das Leute,

die in Erinnerungen schwelgen.

Früher war alles besser, genau,

Rentnerkacke.

 

Aber ich frage mich allen Ernstes:

Warum gehen die Leute da hin?

Was gibt ihnen das?

Haben die keine Träume mehr?

Keine Wut, keine Sehnsucht, nur noch abgefuckte

Freßgier?

Wissen sie denn, was ihnen vorenthalten wird?

Und wie halten die das aus?

Warum schlagen sie

nicht einfach mal alles kaputt?

 

Vielleicht sollte ich mal wieder was kaputtschlagen!

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