40 JAHRE SCHEISS'N'DRECK: Am 22. September 2021 feiere ich Punk-Geburtstag - dann ist es 40 Jahre her, daß ich mein bisheriges Leben in die Tonne trat und alles auf PUNK setzte. Und nein, ich werde keine alten Platten hören und mich auch sonst nicht der Debilität hingeben. Die Vergangenheit kriegt nen Arschtritt, sie ist weg, für immer, das war nie anders. Es zählt der Film, der heute abgeht, und dann noch die Ungewißheit darüber, was kommt. Könnte nicht ... (Weiterlesen)

Das Manifest des Neokannibalismus

Ein Gespenst geht um - nicht nur in Europa!

Das Gespenst vom Untergang der Zivilisation geht um. Es verbreitet sich wie eine Seuche. Eine Seuche, die zuerst das Gehirn befällt, übertragen per Internet, Smartphone und Fernsehgerät.

Die ersten Symptome sind unauffällig: Unruhe, Nervosität, diffuse Ängste. Dann kommt das zunehmende Unbehagen auf. Es wird schwerer, sich mit unangenehmen Tatsachen zu beschäftigen. Unmerklich entsteht die Sucht, sich eine immer irrealer werdende Welt vorzugaukeln. Der infizierte Mensch wird süchtig nach Informationen, die für ihn belanglos sind: »Ist der Chef der Bundesbank ein Tierfreund? Welches Gehalt verdient die Nationaltrainerin der Hockey-Nationalmannschaft? Wie gendere ich korrekt? Genügt mein Smartphone neusten Sicherheitsstandards?«

Der Verseuchte kann gar nicht genug Nachrichten aus der angeblichen Wirklichkeit bekommen, die sich in seinem befallenen Hirn automatisch zu einer Scheinwelt zusammenfügen. Per Vernetzung über Facebook und Twitter setzt er sich dem ununterbrochenen Hagel eines wahren Informations-Trommelfeuers aus. Versucht zu verstehen, wie er auf die mannigfaltig angedrohten Katastrophen wie Klima-Erwärmung, Überbevölkerung, Euro-Crash, Pandemien reagieren kann. Beginnt, Terabytes an Musik- und Filmdaten auf dem heimischen Computer zu lagern, die er sich niemals wird anhören oder anschauen können. Und zieht die Schrauben des mentalen Overkills immer fester.

Und dann entwickeln sich paranoide Wahnvorstellungen: »Wird morgen mein Arbeitsplatz von Bill Gates gestrichen? Kann ein Komet meine Heimat zerstören? Können mir Flüchtlinge die Wohnung wegnehmen? Bin ich ein Sexist? Sind meine Nachbarn Nazis? Bin ich womöglich schon am Coronavirus erkrankt? Wird ein Computervirus meine wertvollen Daten vernichten?« Die Welt verwandelt sich im infizierten Gehirn zunehmend zu einem schrecklichen Kampf von GUT gegen BÖSE. Verschwörungen allerorten!

Je weiter sich die Seuche verbreitet, desto weniger fällt ihm der Irrsinn seiner Gedanken auf. Das Gespenst wird zum kollektiven Wahn: »Was ist, wenn chinesische Pharma-Konzerne den Weltmarkt mit billigen Aspirin-Tabletten überschwemmen? Was können wir tun, wenn hunderttausend Türken in Kreuzberg zu amoklaufenden Fundamentalisten werden? Müssen wir alle ersticken, wenn im Kongo die Regenwälder angeholzt werden? Sind deutsche Touristen in Indien sicher?«

Wenn sich diese Paranoia ausbreitet, dann ist der Zeitpunkt gekommen, da das Gespenst aus den Gehirnen kriecht. Dann ist der Zeitpunkt gekommen, da es brutale Realität wird. Dann ist der Zeitpunkt gekommen, da der Untergang der Zivilisation beginnt und die Menschen wie entfesselte Zombies übereinander herfallen. Dann endlich erscheinen die ersten Strahlen am Horizont der Dunkelheit. Es sind die ersten Vorboten der Schönen Neuen Welt, dem heraufdämmernden Neo-Kannibalismus!

Es gibt kein Gegenmittel. Denn die Bestie erzeugt Ungeheuer - was sonst?

Der Infizierte kann sich mit Alkohol oder Psychopharmaka betäuben. Aber diese vermeintlichen Gegengifte haben mörderische Nebenwirkungen. Sie treiben die Zerstörung von Zig-Millionen Gehirnen nur um so schneller voran.

Die Wahnsinnigen können nach einem starken Staat rufen, um das Schlimmste zu verhindern, nach einem neuen Faschismus oder auch Sozialismus. Ein Staat, der ihre Paranoia in die Tat umsetzt. Aber weil sich beide als untaugliche Mittel zur Rettung der Zivilisation erwiesen haben, muß immer noch die »wehrhafte Demokratie« als letztes Bollwerk herhalten.

Doch auch ihr steht der Untergang auf die Stirn geschrieben. In ihren ehemaligen Kolonien hat sie Milliarden zum Elend und zum Fressen von Müll verurteilt, und ihnen gleichzeitig das Internet spendiert, damit sie sich am Wohlstand der reichen Länder sattsehen können. Sie beginnt ihr Territorium hermetisch gegen den Zuzug der schwarzen, braunen und gelben Elendsfiguren abzuschotten. Und sie will verhindern, daß auf ihrem Gebiet die gleichen Brutstätten des Elends entstehen, die sie auf dem restlichen Globus geschaffen hat. Aber sie kann es wegen der unerbittlichen Gesetze ihrer Wirtschaft nicht verhindern.

Diese Wirtschaft nennt man in Deutschland Marktwirtschaft. In der restlichen Welt heißt sie Kapitalismus. Ihr wahrer Name ist KANNIBALISMUS.

Kein Jahr ist vergangen, ohne daß irgendwo auf diesem Planeten ein Völkermord verübt wurde. Victoria-Barsche wurden in den Neunzigern zu einer beliebten Delikatesse in feinen europäischen Restaurants. Die Fische hatten sich an den unzähligen Leichen fettgefressen, die in Ruanda in die Flüsse geworfen wurden, bei einem Bürgerkrieg.

Zivilisierte Menschen schlachten keineswegs Menschen zum puren Vergnügen ab. Schließlich liegt die Zukunft der Medizin in der Transplantationstechnik. Also besorgt der Organhandel die Ersatzteile aus der »Dritten Welt«.

Dazu feiern die Priester des Kannibalismus, die christlichen Pfaffen, kannibalische Rituale. Sie verabreichen den Gläubigen Brot, und reden ihnen ein, es handele sich um Menschenfleisch: »Gehet hin und esset. Das ist mein Leib.« Sie verabreichen den Christen Wein, und er erscheint ihnen in ihrem religiösen Wahn das Blut ihres Idols: »Gehet hin und trinket. Das ist mein Blut.«

Mit ihrer Übermacht an Moral und Medien glaubt die selbsternannte »Elite« der Zivilisation, zumindest den Selbsterhaltungs-, den Freß- und den Sexualtrieb unter Kontrolle zu bringen. Doch ihre Lügen und Intrigen verkehren sich ins Gegenteil. Sie hat begierige Schüler gefunden.

Die moderne Zivilisation kann das Heroin in die Slums einsperren, doch ihre Medienmogule, Künstler, Millionäre, Beamten und Diplomaten verfallen zunehmend immer neuen Designer-Drogen. Sie kann mit regelmäßigen Riots in amerikanischen, englischen und französischen Slums leben, sie aber nicht verhindern. Sie kann die Aufstände nur mit härtester Gewalt zerschlagen und nicht verhüten, daß der Mob, jener Abschaum, den sie selbst gezüchtet hat, seine eigenen Schlüsse aus dem herrschenden Kannibalismus zieht.

Menschen fressen Menschen, das haben sie gelernt. Weshalb sie keinem Pazifismus anhängen und nicht Liebe und Frieden predigen, sondern nun selbst an die Fleischtöpfe wollen.

Das ist der Neo-Kannibalismus, und er kennt keinen Masterplan, keine Bücher und keine Führer. Nur den HUNGER nach allem, was dir heilig, schön und teuer ist.

KARLS ANMERKUNG: Dieser Text ist nicht allein meinen Hirnwindungen entsprungen – die erste Rohversion schrieb A. Schmitt 1997, und seitdem habe ich ihn immer mal wieder überarbeitet, erweitert und aktualisiert.

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