Welt abschalten

Ich tippe gerade an einem schwierigem Text herum, als das Telefon klingelt.

Felix ist am Apparat. »Moment, ich gebe Dich weiter. Ist ok?«

»Paßt schon.«

Na, paßt eigentlich gar nicht, aber jetzt bin ich eh raus. Dann will ich wenigstens wissen, worum es geht.

Geräusche, Gelaber. Dann: »Karl, bist du’s?«

»Klar.«

»Ich war bei den Dreharbeiten neulich dabei. Erinnerst du dich.«

»Nee.«

»Ich kriege noch ein Eis von Dir.«

»Sagt DU! Ich habe dir nie was versprochen.«

»Und die anderen 20 Leute hier möchten auch ein Eis.«

»Vergiß es.«

»Paß auf, wir kommen gleich bei dir vorbei, und dann kriegen wir ein Eis. Ok?«

»Träum weiter.«

»Warte, ich gebe dich weiter.«

»Ok. Aber mach schnell«.

Eine Frauenstimme ertönt. »Hallo Karl. Ich bin Ina. Ich war auch auf dem Dreh. Kennst Du mich?«

»Nein.«

»Der Ed hat gesagt, ich kriege ein Eis von dir. Und er sagt auch, daß du nicht willst. Ich will aber!«

Irgendwo habe ich die Empfehlung eines Erfolgsautors gelesen, beim Schreiben die Welt abzuklemmen. Telefon, Türklingel, Internet, alles. Gilt nicht für mich, hatte ich gedacht, mir kann keiner.

»Warum sagst du nichts?«, unterbrach Ina meine Gedanken. »Versprechen muß man halten!«

Vielleicht sollte ich mich doch besser Ratschläge von Leuten befolgen, die’s wissen müssen.

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