Keine PUNKFOTO-Benutzerdaten für die Polizei

Das erste Mal habe ich nicht schlecht gestaunt, als die Mail eines Kriminalhauptkommissars aus Z bei mir im Postfach lag. Da bat besagter KOMMISSAR X doch tatsächlich um die Herausgabe von Daten des PUNKFOTO-Nutzers Y! Denn Y würde verdächtigt, in Z eine Straftat begangen zu haben. Die Mail landete umgehend im Papierkorb, denn Nutzerdaten werden grundsätzlich nicht an Dritte weitergegeben – nicht an meine Mutter, nicht an meinen Postboten und schon gar nicht an Pornoindustrie, BILD oder Polizei.

Aber KOMMISSAR X ließ nicht locker. Ein paar Wochen später in meinem ganz echten Briefkasten ein Schreiben aus Papier. Wieder Papierkorb. Und vor ein paar Tagen eine weitere E-Mail, diesmal mit dem drohenden Zeigefinger fest auf der Strafprozeßordnung … Ihr wisst schon, dieses Ding, das Ihr aus jedem Krimi kennt: daß alles, was ich sage, gegen mich verwendet werden kann, bla bla bla.

Da ich nun langsam richtig sauer werde ob dieser Nervensägerei, ist nun wohl die Zeit gekommen, dem guten Mann bezüglich Recht und Gesetz ein wenig auf die Sprünge zu helfen. Bei früheren Chaostagen hat die Polizei ja auch gerne mit Flugblatt, Wasserwerfer und Gummiknüppel kostenlose Nachhilfe erteilt. Da will ich mich endlich mal revanchieren. Danke für diese tolle Gelegenheit!

In Abwandlung eines 1984 in Hannover verteilten Flugblattes deshalb folgendes:
„Ihre Absichten sind mir bekannt. Dazu teile ich Ihnen mit: Recht und Gesetz gelten für j e d e n. Ich werde das durchsetzen.“

Nachfolgend meine Antwort an KOMMISSAR X:

Sehr geehrter KOMMISSAR X,

zum wiederholten Male versuchen Sie, über mich an Informationen über einen PUNKFOTO-Benutzer namens „Y“ zu gelangen – zuletzt gar mit dem Hinweis, ich sei hier „Zeuge“!

Bisher habe ich Ihre Schreiben ignoriert, weil ich nichts zur Sache beizutragen habe. Da Sie aber nicht lockerlassen, möchte ich Sie hiermit auf folgendes hinweisen:

1. Ich kenne weder den Benutzer „Y“ noch bin ich Zeuge einer Straftat geworden, die dieser auf PUNKFOTO oder sonstwo verübt haben könnte.
2. Bislang sind über 1700 Benutzer bei PUNKFOTO registriert; die Benutzer vertrauen bei ihrer Registrierung darauf, daß Ihr Daten nicht an Dritte weitergegeben werden. Dessen können sie sich auch sicher sein – Stichwort „Datenschutz“!
3. Meine Verpflichtung zum Datenschutz der bei PUNKFOTO registrierten Benutzerinformationen solle Ihnen nicht unbekannt sein.
4. Gerade in diesem Zusammenhang weise ich ihre „Belehrung“ im Zusammenhang mit der StPO zurück. Sie versuchen hier unterschwellig zu suggerieren, mit meiner Weigerung der Herausgabe von Nutzerdaten würde ich „die Bestrafung eines Anderen vereiteln, einen Anderen begünstigen oder eine Straftat vortäuschen“, um so eine Zusammenarbeit meinerseits mit Ihnen zu erreichen.
5. Bitte unterlassen Sie künftig derartige Versuche! Falls Sie dennoch der Meinung sind, ich würde mit meiner Weigerung der Herausgabe von Nutzerdaten die Bestrafung eines Verdächtigungen vereiteln, so sehe ich hier einem von Ihnen erwirkten Gerichtsbeschluß gelassen entgegen, da ich daraufhin mit meinem Anwalt dagegen vorgehen werde.
6. Ich werde Ihre zum Scheitern verurteilten Versuche, ohne Gerichtsbeschluß an PUNKFOTO-Nutzerdaten zu gelangen, in meinem Blog wie auch auf Facebook öffentlich machen.

Und nun könnt Ihr gerne Eure Meinung dazu hinterlassen. Denn KOMMISSAR X liest bestimmt mit!

ZUSATZ (wegen Nachfragen): Es geht hier um eine Polizei-Nachforschung wegen einer aktuellen Straftat oder „Straftat“, NICHT um irgendwas, was mit der Vergangenheit und alten Fotos zu tun hat! Macht’s aber eher noch schlimmer …

Dir gefällt PUNKFOTO? Dann HILF, dass es weitergehen kann!

HINWEIS: Aktuell verlinke ich nur ausgewählte Texte bei Facebook und Twitter. Habe zu viel derbes Zeugs in Vorbereitung, mit dem ich dort nur gegen die Wand fahre. Wer meinen Scheiß nicht verpassen will, sollte also diesen Blog abonnieren (oben links)!

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