Die Realität ist ein billiger Witz

Jeden Monat kündigen rund 20 neue Leute an, demnächst PUNKFOTO auf die eine oder andere Weise unterstützen zu wollen. Weil da einer (ich!) seit Jahren an einem schweinegeilen Projekt schraubt, an dem Zehntausende sich nicht sattsehen können. Also wollen sie HELFEN, ihnen fließt das Herz über angesichts meiner edlen Taten. Gleichzeitig zieht Prinz Eisennagel aber die Daumenschrauben immer enger, damit überhaupt was geht. Denn die Realität tickt anders, sie lacht mich aus.

Die WAHRHEIT hinter den großen Worten ist nämlich die: Von den erwähnten 20 Leuten monatlich lassen höchstens einer oder zwei ihren Worten auch Taten folgen, weshalb ich mir ständig den Kopf zerbreche, wie ich Kohle aus den lieben Mitgliedern herauspressen kann – der Großteil meiner PUNKFOTO-Arbeitzeit geht für so einen Mist drauf, und das Projekt selbst kommt deshalb nur im Schneckentempo voran. Irgendwann fühlt man sich da verarscht. Wenn ich unbedingt als Promo-Spacko oder Fundraiser hätte arbeiten wollen, könnte ich mir auch einen anderen, VIEL besser bezahlten Job suchen. Ich HASSE derartige Tätigkeiten.

Aber glaube hier keiner, ich würde deswegen in Tränen ausbrechen oder demnächst im Stil von Mutter Theresa ein Bettelvideo in Umlauf bringen! Ich sehe das ganz pragmatisch: Ohne Moos nix los, ich habe keine Lust, mich für nix blödzuackern.

Stattdessen habe ich mir ein paar lustige neue MASSNAHMEN überlegt:

1. Die ersten drei Monate sind auch Zaungäste, Flaneure und Gaffer bei PUNKFOTO willkommen.

2. Wer aber auf Dauer weder neue Bilder auflädt noch durch Kommentare bei der Recherche hilft und auch ersatzweise nicht mal Kohle rüberwachsen läßt, muß wieder gehen.

Auf diese Weise sollte es gelingen, den Mob auf eine kleine, aber aktive Truppe zusammenzudampfen. Vor zwei Jahren kamen bei PUNKFOTO monatlich 40 Euro Spenden rein – bei 1 Million Seitenabrufe/Monat und 4000 Mitgliedern! Seit dem Abtauchen in die Kanalisation (wegen DSGVO etc.) sind’s nur noch 1000 Mitglieder, dafür bleiben nun 500 Euro monatlich übrig, immerhin. Das reicht zwar noch nicht mal zum halben Mindestlohn, ist aber schon ein Fortschritt. Vielleicht tauchen ja doch noch eines Tages Großspender – oder Großspenderinnen – auf, die mir den Arsch pudern … ach … das riecht dann doch wieder nur nach einem billigen Witz, mit dem mich die Realität verarschen will. Oder ich mich selbst.

Da höre ich mich doch lieber nach einem Vollzeitjob um, zumal ich mir demnächst die Beißer reparieren lassen muß, das wird teuer! Ihr wißt ja: Wenn jeder zuerst an sich denkt, ist an alle gedacht, und wenn diese Tatsache dazu führt, daß weder Geld noch Zeit für PUNKFOTO übrig bleibt, dann soll das eben so sein. Was vom Tage übrigbleibt, möchte ich nämlich lieber ins Schreiben investieren, als hinter Eurem Geld oder Eurer Mitarbeit herzuhecheln. Im schlimmsten Fall mache ich eben den Laden dicht, dann gibt’s das weltweit größte Archiv historischer Punkfotos nur noch bei mir zuhause. 32.000 Fotos NUR FÜR MICH!

Darauf freue ich mich schon.

HINWEIS: Aktuell verlinke ich nur ausgewählte Texte bei Facebook und Twitter. Die Sachen, die ich derzeit schreibe, würden dort eh nur gegen die Wand fahren. Wer meinen Scheiß nicht verpassen will, sollte also diesen Blog abonnieren (oben links)!

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