Amazon, Geld, Nutten und ich!

Der Brief, den ich soeben aus dem Kasten zog, war eine Drohung. Grundsätzlich. Man weiß ja nie, welche Liebeserklärungen in Umschlägen lauern, bei denen der Absender „Jobcenter“ lautet. Und ja, das waren die vertrauten, freundlichen Stichworte: Aufforderung, Abgabe, Unterlagen, Auskunftsplicht, Leistungsanspruch, in voller Höhe zu erstatten, und so ging das in einem fort. Bis zum 9.2. sollte ich einen Stapel Papier einreichen, aber das war kaum zu schaffen. Könnte finanziell mal wieder richtig eng werden, ich mußte meine „Arbeitsberater“ irgendwie ruhigstellen.

Ich überlegte, mal wieder auf Facebook und anderswo um Spenden für PUNKFOTO zu betteln, den Untergang an die Wand zu malen. Das funktionierte ja irgendwie immer, dann kamen einige Leute ausm Knick. Während ich meine Tochter schlecht auf den Strich schicken konnte, blieb mir immerhin, selbst den Arsch hinzuhalten, irgendwie. Aber ich hatte die Nase voll davon und sogar schon eine Geschichte darüber geschrieben – die hieß „Ficken für PUNKFOTO – Null Euro“ und war in meinem Buch REFLUX erschienen.

Google-Anzeigen in meinen Blog packen und dafür ein bißchen kassieren, ja, das könnte ich. Dem Monster die Eier lecken. Sah aber scheiße aus, so auf den Knien. Außerdem hätten mir deren Banner das mühsam zusammengeschraubte, schöne Layout zertrümmert. Ich lief die Wohnung auf und ab und blieb bei SIN CITY von Frank Miller stehen. Geiler Wälzer und teuer dazu. Meine Bude war voll davon. Konnte das die Lösung sein? Mein Schundparadies verkaufen? Auf keinen Fall,  nur über meine Leiche! Aber ich könnte die besten Stücke als Leitkultur in meinem Blog anpreisen – und von Amazon für die Verlinkung kassieren! Zumindest wenn jemand anschließend auch dort kauft. Eine Nuttifizierung, die eher eher unauffällig rüberkäme, sah nicht so häßlich aus wie beschissene Werbebanner.

Sicher, der Laden ist wie Google ein Monster, ein Gigant, gegen den selbst Godzilla blaß aussieht. Aber das war für niemanden eine Enthülllung, das wußte jeder. Und es war nicht mein Job, auf Elder Statersman die Punk zu machen und die Moralflagge zu schwenken, so wie Campino bei der ECHO-Verleihung. Und Scheiß auf die kleinen Buchhändler – immerhin führt Amazon im Gegensatz zu denen mein Buch. Und da sich eh nur eine Handvoll Leute für meinen Wunschzettel interessiert, laß ich mich eben von Amazon ficken. Irgendwoher muß die Kohle ja kommen – meine Weise, im Kampf um Wohnung, Futter, Geld und letzlich Leben  den Arsch hinzuhalten, so wie es alle tun. No one is innocent – we are all prostitutes!

Jetzt warte ich darauf, daß mich irgendwelche Heulsusen anscheißen. Sie werden jammern, daß ich mich „verkaufe“, anstatt selbst in den Spiegel zu glotzen oder das eigene Arschloch abzutasten. Wo kriegen die eigentlich alle ihr Geld her? Und was tun sie dafür den lieben langen Tag? Das sind die einzigen Nutten, die ich verachte: die, die sich für was Besseres halten.  Außerdem empfehle und verlinke hier ausschließlich Dinge, die ich die  besitze oder auf die ich abfahre. Niemals irgendwelchen Mist, der mich langweilt oder zum Kotzen finde!

Ach, das sagen alle?

 

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