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  "Es ist aber auch die Geschichte einer Generation, die in den 60ern aufwuchs, in den 70ern pubertierte und sich in den 80ern im Zentrum des Zeitgeistes wähnte. Nur um in den 90ern in der Medienindustrie oder auf Pennerbänken zu landen..."
Aus dem Vorwort.
 
     
 
1. Kapitel
Man müsste Klavierspielen können...
Kennst Du dieses erdrückende Gefühl totaler Ohnmacht angesichts der Gewißheit, am Ende deiner Möglichkeiten zu stehen? Wenn die Dinge total aus dem Ruder laufen, du aber völlig unfähig bist, diese Entwicklung zu stoppen oder zumindest ein kleines Schlupfloch zu finden, durch das ein Entkommen möglich scheint?

Da kannst du dir nur noch die Kugel geben - oder auch richtig aufdrehen, volle Granate. Wenn dir etwa dein Doc sagt, daß du bald an Krebs abkackst. Dann heißt es Brücke oder Vollgas.
Ich habe mich immer für letzteres entschieden, aber nach MEINEN Spielregeln. Einfach nur die Nadel in den Arm knallen oder blind ein bißchen in der Gegend herumzuballern, ist einfach nicht meine Art.

Seit ich denken kann, ist das Gefühl, in einem weltweiten Irrenhaus eingesperrt zu sein, mein ständiger Begleiter. Immer wieder bin ich Amok gelaufen oder auch mit ausgefeilten Schlachtplänen angetreten, um meine bekloppten Mitinsassen zum Aufstand zu ermuntern wie auch den ewig siegesgewiß grinsenden, ihre Psychopharmaka allzeit bereithaltenden Wärtern und angeblichen „Ärzten“ zumindest die Zähne zu zeigen. Immer in der Hoffnung, vielleicht doch den unmöglich erscheinenden Weg raus aus der Klapse zu finden.

Allerdings waren meine Versuche, mehr als eine Handvoll Leute zumindest darauf aufmerksam zu machen, in welch durchgeknalltem Etablissement sie sich gerade aufhalten, selten wirklich erfolgreich. Viele wußten überhaupt nicht, wovon ich sprach, anderen war’s scheißegal, für andere war ich ein Spiel- oder Spaßverderber, und wiederum andere lachten mich als Spinner aus, der noch immer nicht gemerkt hat, wie die Dinge laufen. „He, Alter, so ist das Leben!“

Ja, so ist das Leben, das weiß ich verdammt gut. Immer ging es nach idiotischen Spielregeln, die ich weder mitverfaßt noch unterzeichnet habe. Bis ich dann irgendwann lernte, SELBST auf der Klaviatur gesellschaftlicher Neurosen und Reflexe zu spielen – hier in aller Kürze „Idiotenklavier“ genannt - , und das nicht länger den geistigen Folterknechten dieser Welt zu überlassen. Meine eigenen Musikstücke, nicht die der anderen. Dafür muß man übrigens ein sehr fröhlicher Mensch sein und mit viel Humor gesegnet, denn sonst verwandelt sich jeder auf der Klaviatur gespielte Ton in einen ekelerregenden, heißen Strahl aus Kotze!

Vielleicht fragst Du Dich nun: „Was soll das alles? Wozu sich mit der ganzen Welt anlegen?“

Gute Frage. Geht mir auch immer wieder durch den Kopf. Zumal ich in unzählige Fallen gelaufen bin, zu viele Kämpfe verloren habe und zu wenige gewonnen.

Aber es gibt Dinge, bei denen die Entscheidung, ob man sie tut oder läßt, nicht bei einem selbst liegt. Aber warum kann man es einfach nicht lassen, die Welt in Stücke schlagen zu wollen? Was sind das für Bilder, die so fest in den Kopf eingebrannt zu sein scheinen, daß sie einen zu wahren Sturmläufen antreiben?

Gehen wir also auf eine aufschlußreiche Forschungsreise: Tauche ein in eine lange vergangene Zeit, die mir heute völlig surreal vorkommt. Es ist die Welt der 60er Jahre, ordentlich gefaltet im DIN A4-Format, sauber und konservativ. Man konnte angeblich noch das Auto unverschlossen lassen, Fußballer waren echte Kerle und alle hatten Arbeit. Doch hinter der blitzeblanken Wirtschaftswunder-Fassade lauerten Abgründe, die ein echter Horror sein konnten...

WEITER: 2. Kapitel
Kindheit in Schwarzweiß
 
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„Ich, ich und nochmals ich - Darf ich es wagen, das zu sagen?“
Was tun, wenn das Konto leer ist, die Arbeit nicht viel einbringt und die Aussicht auf eine sichere Rente ein einziger Lacher ist? (Idiotenklavier => Vorwort)
Man müsste Klavierspielen können...
Kennst Du dieses erdrückende Gefühl totaler Ohnmacht ? (1. Kapitel)
Kindheit in Schwarz-Weiss
Irgendwo und irgendwann tauche ICH aus dem Dunkel der Vergangenheit auf. (2. Kapitel - 1960)
Suhlen im eigenen Angstschweiss
Ach nee, schon wieder einer, der mit der Nummer „Schlimme Kindheit“ ankommt, nicht wahr? (3. Kapitel - 1963)
Geplatzte Träume - Reale Alpträume
Von Flaschen und fröhlichen Urlaubserlebnissen... (4. Kapitel - 1964)
Nachkriegs- Geschichten aus Spelle und Wuppertal
Daß Dausenau eine Pleite war, blieb meinen Eltern nicht verborgen. (5. Kapitel - 1965)
Auswanderung in die Zukunft
Einen Lichtblick gab’s endlich, als ich fünf war. (6. Kapitel - 1966)
Der Duft der großen, weiten Welt
Ich kam in einen neuen Kindergarten ohne Pfaffen und Nonnen. (7. Kapitel - 1967)
Benzotop im Hinterhof
Bevor wir in die Berliner Straße eingezogen, hatte ich keine Freunde. (8. Kapitel - 1967)
Die Bierflasche, mein dämonischer Klavierlehrer
Bier ist ein magisches Getränk. (9. Kapitel - 1967)
Einschulung multikulti
Von Spaniern, Griechen und der hohen Politik. (10. Kapitel - 1967)
Was nicht passt, wird passend gemacht
Die eigentliche Einschulung erlebte ich als eine tolle Sache. (11. Kapitel - 1968)
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Jeden Dienstagmorgen ging es in die katholische Kirche. (12. Kapitel - 1968)
Schatzgraben nach Schundheftchen
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