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  "Hackfleisch - Bunkerbriefe - Spiritus Rector - jetzt eben Gedankenpest... irgendwie geht's immer weiter..."
ein Euch wohlbekannter Demagoge
 
     
 
Kein Hass da
Sitzparty in Hildesheim am 13. Februar
Sind zwar zwar schon ein paar Tage vergangen seit dem Auftritt von KEIN HASS DA in Hildesheim, aber da mich die Comicmacherei momentan ganz schön in den Klauen hat, will ich schnell noch ein paar Zeilen dazu schreiben. Sicherheitshalber, bevor das ganze wieder im Dunkel des Vergessens entschwindet. Aber wir haben ja wirklich nicht viele Gigs, da will ich diesen doch an dieser Stelle entsprechend würdigen!

Zusammengefasst: Hat Spaß gemacht, war aber SEHR, SEHR merkwürdig!

Über 5 Monate nach unserem ersten und bislang einzigen Auftritt war ich wirklich spitz wie ein Sexsüchtiger nach einem halben Jahr Enthaltsamkeit. Wir hatten ja bislang wirklich kein Glück mit unseren Bassisten und befürchteten schon, als KEIN BASS DA in die Musikgeschichte einzugehen. Mit unserem Neuzugang Udo lief es dann aber in den letzten Wochen enorm rund - ich hatte oft das Gefühl, daß all die Rückschläge der vergangenen Monate irgendwie wohl nötig waren, um am Ende Udo ins Boot holen zu können. Bin wirklich überzeugt von ihm - und nicht nur in musikalischer Hinsicht!

Als wir uns am Freitag, den 13. Februar auf den Weg nach Hildesheim machten, waren wir erst mal aufgrund des Wetters ein wenig nervös. Die Kombination aus Schneetreiben & Berufverkehr ist nicht gerade mutmachend. Lief dann aber doch alles wie am Schnürchen: Wir wir waren eine Stunde früher da als erwartet und konnten erstmal beim örtlichen Libanesen fettige Gerichte in die Magengrube fallen lassen.

Der Laden selbst, - das thav - verursachte erstmal ein paar Irritationen. Die Bühne direkt vor der Theke, und links und rechts davon zwei Gänge, gefüllt mit Tischen und Stühlen. Na, ne Kneipe eben. Nicht wirklich schlimm, aber es war schon klar, daß es schwierig würde, hie 'ne klasse Atmosphäre hinzukriegen.

Die Anlage klang beim Soundcheck ganz ok, wenngleich das Kneipenpersonal doch was nervös wurde, weil in der Küche die Teller klapperten. Wir seien die "lauteste Band, die jemals bei ihnen gespielt " habe, hieß. Also spielten wir einfach nen Reggae hinterher, das beruhigt die Nerven, ist leiser und gibt ein angenehmes Gefühl. Man war zufrieden und voller Hoffnung, daß wir ihnen NICHT den Laden zerspielen.

Irgendwann gaben sich dann 80 oder 90 Leute ihr Stelldichein, ich verteilte einen Stapel kostenloser Comics und wunderte mich gelegentlich über die mißtrauischen Blicke und Zurückweisungen der örtlichen Teenager. Die konnten es wohl kaum fassen, daß sie NICHTS bezahlen mußten und vermuteten sicher einen heimtückischen Anthrax-Anschlag. Die Leute sahen ansonsten größtenteils danach aus, als wenn sie eher zufällig aufgekreuzt waren ("Wo isn was los? - Ach wir gehen ins thav..."), die Werbung für das Konzert hatte sich anscheinend in Grenzen gehalten.

Aber immerhin tauchten ganz überraschend Chico und Hilmar auf - meine alten Bandkumpelz aus MILITANT-MOTHERS-Tagen, was mich riesig freute. Hey, über 16 Jahre nach unserem letzten gemeinsamen Auftritt wollte ich ihnen dann doch mal zeigen, daß Ol' Karl noch weiß, wo der Bartel den Most holt!

Der Auftritt selbst ging ganz locker und spaßig über die Bühne, aber es kitzelt natürlich nicht gerade die letzten Energien aus einem heraus, wenn das verehrte Publikum sitzenderweise vor sich hinwippt und und ansonsten allerhöchsten ein paar Energien beim Führen der Gläser Richtung Mundöffnung verschleudert.

Macht aber nix, das ist normal bei solchen Verhältnissen. Wer kommt schon auf die Idee, den Arsch zu bewegen, wenn man gemütlich sitzen kann. Die besten Konzerte sind immer die, bei denen die Leute enggedrängt stehen und schon kleinste Bewegungen sich wellenförmig im Publikum fortsetzen. Aber das ging eben nicht im thav!

Die Reaktionen waren dennoch sehr positiv, wir haben nicht gegen die Wand gespielt, und das ist doch auch schon mal was! Chico und Hilmar hatten übrigens eindeutig ihren Spaß, das erkannte man deutlich daran, daß sie eine ganze Menge Songs mitsangen - natürlich auf Englisch! "Ihr müßt mal Deine deutschen Texte mit nem Beamer an die Wand werfen, dann könnte man die mitsingen!", meinte Chico hinterher.

Es folgten DEMORIEL, eine lokale Metalband, die just an diesem Abend ihre CD vorstellte und das Konzert organisiert hatte. Nun, Metal ist nicht gerade mein Leib- und Magengericht, und daran konnten auch Demoriel nichts ändern. Aber immerhin kam's nicht so grausam rüber, wie ich nach ihrem Soundcheck befürchtet hatte, und die Musiker selbst entpuppten sich auch als eine nette Truppe. Also: Wenn Ihr auf Metal abfährt, dann schaut sie Euch bei Gelegenheit ruhig mal an... wenn nicht, nun ja...

Mein Darmbereich war just zu diesem Zeitpunkt allerdings nicht so friedlich gestimmt. War's die Pizza des Libanesen? Ein heimtückisches Attentat? Oder hatte ich mich einfach nur bei Auftritt überanstrengt?

Egal. Ich merkte, wie immer derbere Wellen meinen Unterleib durchjagten. Da half auch frische Luft nix, ebenso Pupsversuche. Irgendwann dachte ich nur noch, mich haut's gleich um, konnte kaum noch atmen und wünschte mir in Stoßgebeten, daß dieses Scheiße irgendwie aus mir entweichen möge.

Der liebe Gott hatte ein Erbarmen und schickte mich auf die Toilette, die ich geignet für eventuelle Kotzausbrüche hielt. Stattdessen ließ ich mich zu einer halbstündigen Scheißorgie nieder, die mir in kurzen, aber derben Mini-Auttacken den Müll aus dem Körper trieb. Am Ende saß ich schweißnaß, aber wieder mit klarer Birne da und wankte zurück in den Kneipenraum.

Da waren dann auch DEMORIEL schon fast fertig mit ihrem Set, und eine Dreiviertelstunde später packten wir unsere Sachen und machten und auf die Rückfahrt nach Hamburg.

Ein merkwüdiger Auftritt, wie gesagt, aber durchaus unterhaltend, und als wir gegen vier Uhr morgens in Hamburg ankamen, da fielen wir durchaus zufrieden in die Betten.

Das Gefühl sollte nicht lange anhalten, denn zwei Tage später brach sich Udo einen Mittelhandknochen, weshalb wir mal wieder nicht wirklich proben können. Da ist er wieder, die Bass-Fluch: KEIN BASS DA!

Aber unseren Auftritt in Duisburg am 21.3. ziehen wir durch, egal wie. Und wenn Udo wie ein nervenkranker Grobmotoriker spielt - egal! Bis dahin nutzen wir die Zeit, indem wir die Aufnahmen fertigstellen. Und Udo wird zeigen, daß man auch mental üben kann - also nur im Kopf die Songs durchgehen und hoffen, daß das für den Auftritt reicht. Denn wirklich Basspielen kann er erst wieder in der Woche zuvor...

 
Kommentare
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der arme Udo
von Rolf am 03.03.2009/12:24
wenn der Mittelhandknochen gut verheilt
und er wirklich ne Woche vorher wieder
spielen kann, wird alles gut; mental üben
funktioniert tatsächlich und ist ausserdem
hochprofessionell. Keine Sorge...
Ich wünsch euch ein enthusiastisches
Publikum beim nächsten Mal. Bei Benny Goodman's Swing Revue 1938 in der
Carnagy Hall landeten die (verschraubten!)
Stühle an der Wand. Punk? ;))
Gruss, Rolf

   
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Kein Hass da   Kein Hass da   Karl
 
   
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Olli   Rotter   Udo
 
   
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Chico   Hilmar   Demoriel

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