34 Jahre Punk-Geburtstag: Die Nacht der Entscheidung!

Ich sitze hier in meiner 25-Quadratmeter-Butze in Wuppertal-Oberbarmen, und meine Gedanken gehen 34 Jahre zurück. Die Nacht, in der ich schwor, die ganze Scheiße hinter mich zu bringen. Nie wieder Industriekaufmann! Nie wieder Spielball der Arschlöcher und Idioten sein! SELBST entscheiden über mein Leben! Und es notfalls auch ruinieren. Das war mein Geburtstag!

Damals hockte ich genau so einer Wohnung wie jetzt, in genau dem gleichen Haus wie jetzt. Hier färbte ich das erste Mal meine Haare, hier schnippelte ich Flyer für die Punktreffen in Wuppertal zusammen, hier lag ich zum ersten Mal mit einem Mädchen im gleichen Bett. Punk war mein Brandbeschleuniger … für einen echten Spätzünder!

In der Nacht vom 22. auf den 23.9.1981 saß ich alleine in meiner Bude und dachte nach. Genauso wie heute. (Ok, mit einer tollen Frau im Bett wäre es netter. Es steht aber gerade keine vor meiner Tür und verlangt Einlaß!) Ich dachte: “So schnell stirbt sich’s nicht!” und legte den Schalter um. Ich startete zu einer Reise, die immer noch andauert und die hoffentlich noch lange weitergeht.

Danken will ich Axel, Kit, KJ Rattay, Fehlfarben und Cotzbrocken, daß sie mir ein paar entscheidende Arschtritte zum richtigen Zeitpunkt verpasst haben. Jaja, auch Cotzbrocken …

Ich denke auch an Carl, die ich sehr geliebt habe (WO BIST DU?), an Thomas, Uwe, Pökel, Bodo … die ganze Bande eben!

Die Zeit vom September 81 bis Juni 82 war die wichtigste und prägendste Zeit in meinem Leben. Und ich verlor 13 Kilo.

Ich feiere jetzt mal alleine. Bei ‘ner Currywurst?

2 Comments. Leave your Comment right now:

  1. by Paul

    Ne Currywurst kann nie schlecht sein….auch in Oberbarmen…ansonsten mal nen geschmeidigen Tripp in die noch vorhandenen Eckkneipen…kann das gerade gut nachvollziehen….;)

  2. by kuni

    Ich muss sagen, diese wenigen Zeilen deiner Zeitreise ’34 Jahre zurück‘ bewegen mich.
    Ich habe dich auf der fb-Nagel-Nostalgieseite gefunden. Klar, ich bin ich, nicht du, aber wäre eine andere Gegenwat aus den Erfahrungen der Vergangenheit möglich gewesen Das/der Punkertreff am Elberfelder Bahnhof, die Besetzung der … Brauerei in Unterbarmen, oder die Konzerte in der Börse wirkten weichenstellend und wurden bei mir ebenfalls zu einem lebensprägenden Ereigniss. Ohne das Eintauchen in Punk, Karl Nagel/APPD, Anarcho- und später Antiimszene…KBW kann ich mir heute – rückblickend – ein Leben mit 50 garnicht mehr vorstellen. Es bleibt im Kern der Persönlichkeit die Entscheidung zur Rebellion übrig, oder? Ich bin froh dafür.

    Grüße von (d)einem biographischen Halbschatten – lebe heute auf 65 qm mit Frau und Kind in Basel.

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